Beginn: 12. November 2026, 9:15 Uhr
Veranstalter:
Kerstin Brückweh / Eva Gajek, Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung, IRS
Frank Bösch, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
Isabell Stamm, Technische Universität Berlin,
Miro Born, Universität Stuttgart
Tagung am IRS im Rahmen des interdisziplinären und internationalen Verbundprojekts „Where the Rich Live. Mapping Villa Neighborhoods and Cultures of Wealth in Germany's Long Twentieth Century (RichMap)“
Programm der Tagung (pdf)
Über die Tagung:
Städtische Ungleichheiten wurden in der Geschichte immer wieder in der gebauten Umwelt sichtbar, zugleich aber in Übergangszonen und Wahrnehmungen neu ausgehandelt. Die Tagung will diese materiellen und symbolischen Grenzziehungen in den Mittelpunkt rücken und fragen, wie politische Veränderungen, Eigentumsordnungen, soziale Dynamiken und Wissenspraktiken urbane Räume wie Villenviertel oder Arbeiterquartiere geprägt haben.
Die Tagungnimmt die Wechselwirkungen von sozialer Ungleichheit, Materialität und Grenzziehungen in den Blick und fragt in historischer Perspektive, welche langen Kontinuitäten und Brüche sich etwa bei Villen- oder Arbeitervierteln ausmachen lassen. Durch welche externen Faktoren veränderten sich die Werte von Grundstücken, Häusern oder die Infrastrukturen sowie die damit einhergehenden Grenzen im urbanen Raum? Wie prägten und prägen Boden, Eigentum und Bauten die Sichtbarkeit und Dauerhaftigkeit sozialer Differenz? Welche materiellen Marker strukturierten städtische Grenzen – von unscheinbaren Übergängen bis zu klaren Trennlinien? Und wie materialisierten sich diese Grenzziehungen von Ungleichheiten auch in Wissensformen wie Immobilienanzeigen, Karten und Statistiken?
Die Tagung richtet damit den Fokus auf die Stadt als Ganzes sowie auf ihre Ränder – auf marginalisierte Quartiere, exklusive Wohnlagen, liminale Räume ebenso wie auf die Übergänge, die diese Räume miteinander verbinden oder voneinander trennen. Ziel ist es, auf der einen Seite eine Brücke zwischen Armuts- und Reichtumsforschung zu schaffen und auf der anderen Seite Stadtgeschichte, Sozial- und Kulturgeschichte sowie Sozialwissenschaften und materielle Kulturforschung in den Dialog zu bringen. In diesem Zusammenspiel möchte die Tagung ein innovatives Feld der Ungleichheitsforschung eröffnen, das aktuelle gesellschaftliche Debatten über Eigentum, Wohnraum und soziale Differenz aufgreift und historisch vertieft.
Über das Forschungprojekt „RichMap – Where the Rich Live“:
Das Projekt untersucht die Entstehung und Entwicklung von Villenvierteln in Deutschland im langen 20. Jahrhundert. Im Fokus steht nicht nur, wie bestimmte Stadtteile zu „guten Adressen“ wurden, sondern auch, wie sie diesen Status über Jahrzehnte hinweg bewahren konnten, ihn verloren und – insbesondere im Osten Deutschlands – nach politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen teilweise wiedererlangten. Methodische Innovationen des Projekts sind unter anderem digitale Karten, sogenannte „Thick Maps“ sowie Citzen-Science-Maßnahmen, um die Perspektiven von Anwohner*innen und Stadtbewohner*innen einzubeziehen.
Verbundpartner des Projekts: Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (Koordination) | Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam | Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung | Deutsches Historisches Institut London | Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) | Technische Universität Berlin, Förderorganisation: Leibniz-Gemeinschaft
Am ZZF Potsdam bearbeitet Iris Johanna Bauer das Dissertationsprojekt Ostdeutsche Villenviertel nach 1945. Projektleiter am ZZF ist Frank Bösch.
Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS)
Flakenstraße 29-31
15537 OrtErkner
Um Anmeldung wird gebeten unter: https://leibniz-irs.de/veranstaltungen/2026/tagung-boden/anmeldung
Kontakt für das IRS:
PD Dr. Eva Maria Gajek
Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS)
Flakenstraße 29-31
15537 Erkner
E-Mail: eva [dot] gajek [at] leibniz-irs [dot] de
Kontakt für das ZZF:
Prof. Dr. Frank Bösch
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam
E-Mail: sekretariat [at] zzf-potdam [dot] de
