Call for Papers: 20. Doktorand*innen-Forum des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam

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Das diesjährige Doktorand*innen-Forum des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) beschäftigt sich mit dem Thema »Finding the Right Size: Skalen und Maßstäbe in der Zeitgeschichte« und findet vom 26. bis 27. November 2026 am ZZF Potsdam statt.

Die Untersuchungsmaßstäbe von Historiker:innen haben sich zeitlich und räumlich zunehmend neu justiert und erweitert, etwa in der Globalgeschichte, der Umweltgeschichte und Anthropozänforschung oder in der Deep History, die historische Zeitlichkeiten weit über die Grenzen des Archivs hinaus ausdehnt. Auch die Digital Humanities beziehungsweise die Digital History kalibriert unser Verhältnis zu historischen Quellen neu. Viele dieser zentralen methodischen und theoretischen Debatten der jüngeren Geschichtswissenschaft kreisen um Fragen der Skalierung.

Das 20. Potsdamer Doktorand:innenforum zur Zeitgeschichte greift historiographische Aushandlungsprozesse rund um Maßstäbe und Perspektiven auf und nimmt die »methodische Verunsicherung« (Carlos Spoerhase), die sich in jüngster Zeit allgemein in den Geisteswissenschaften mit Blick auf die verwendeten Skalen beobachten lässt, zum Anlass, den Fokus auf die konkreten Praktiken historischer Skalierung in zeitgeschichtlichen Forschungsprojekten zu richten. Im Mittelpunkt des Forums steht die Frage, wie Maßstäbe oder Skalen gesetzt, angenommen, verschoben und reflektiert werden und welcher Erkenntnisgewinn sich daraus ergibt beziehungsweise ausbleibt.

Das Forum versteht sich als Werkstattgespräch. Willkommen sind sowohl empirisch fundierte Beiträge als auch theoretisch-konzeptionelle Reflexionen, insbesondere zu folgenden Fragen:

  • Wie werden räumliche, zeitliche oder soziale Maßstäbe im Forschungsprozess gewählt, verschoben oder kombiniert?
  • Welche Erkenntnismöglichkeiten und Leerstellen entstehen durch bestimmte Skalierungsentscheidungen?
  • Wie lassen sich unterschiedliche Skalen – etwa lokal und global, mikro- und makrohistorisch – methodisch aufeinander beziehen?
  • In welchem Verhältnis stehen Quellenlage, Datenformate und digitale Methoden zu Prozessen historischer Skalierung?
  • Wie können zeitgeschichtliche Maßstäbe und epistemische Ordnungen kritisch hinterfragt werden – etwa dort, wo Skalierungen koloniale, imperiale oder nationalstaatliche Perspektiven reproduzieren?
  • Wie können die skizzierten methodischen und konzeptionellen Fragen der Skalierung anhand konkreter Fallstudien untersucht und diskutiert werden?

Das Forum ist eine jährliche wissenschaftliche Tagung zu aktuellen Themen der Zeitgeschichte, die von Doktorand*innen des ZZF organisiert und moderiert wird. Die etwa 15-20 minütigen Vorträge werden von Wissenschaftler*innen des ZZFs kommentiert und gemeinsam diskutiert.

Wir freuen uns über Einreichungen von Promovierenden der Geschichtswissenschaft und angrenzender Disziplinen, Masterabsolvent:innen, die ein Promotionsprojekt vorbereiten und Promovierten, die ihre Promotion vor kurzem abgeschlossen haben. Willkommen sind Beiträge zu einzelnen oder mehreren genannten Themen- und Fragenkomplexen. Sofern methodische Anknüpfungspunkte zur Zeitgeschichte bestehen, sind Beitragseinreichungen mit unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Schwerpunkten möglich.

Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch, eine (KI-generierte) simultane Übersetzung wird bereitgestellt. Reisekosten können zum Teil übernommen werden. Falls finanzielle Unterstützung benötigt wird, bitten wir um einen kurzen Hinweis bei der Einreichung des Beitrags.

Abstracts von maximal 400 Wörtern und ein kurzer tabellarischer Lebenslauf bitte bis zum 31. Juli 2026 an das Organisationsteam (Julian-Dakota Bock, Caroline Elfe, Lisa Thiel und Leon Waldmann) unter doktorandenforum [at] zzf-potsdam [dot] de (doktorandenforum[at]zzf-potsdam[dot]de).  

Der vollständige Call for Papers ist am 28. Juni 2026 auf H-Soz-Kult erschienen.