Steuert die Welt wie 1914 auf einen großen Krieg zu, ohne dass wir es merken? Zeithistoriker Martin Sabrow ist einer der vier Experten, die in diesem Artikel den Vergleich ziehen und auf die Frage antworten. Die Analogie hinke, sagt Martin Sabrow. Im Ersten Weltkrieg seien Nationalstaaten, die in ihren Bündnisverpflichtungen gefangen waren, aufeinander getroffen; Die Eskalationsstufen folgten in der Julikrise 1914 mit unentrinnbarer Logik dem Zwang des wechselseitigen Zeitvorteils. Im Ukraine-Krieg wie im Iran-Konflikt hingegen sei die Eskalationsdynamik mittlerweile wieder in die Entscheidungsmacht der Konfliktparteien zurückgekehrt, so Martin Sabrow. Sein Urteil: Analogien zu 1914 seien verführerisch, weil sie Komplexität reduzierten – aber genau darin liege ihre Gefahr. Geschichte würde warnen, aber nicht erklären.
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