Forschungsprojekt
Projektlaufzeit: August 2026 bis Juli 2029
Projektleitung: Jutta Braun/Winfried Süß
Gefördert von der Nutzergemeinschaft Wissenschaftspark Albert Einstein.
Das Projekt untersucht die Geschichte der auf dem Potsdamer Telegrafenberg ansässigen naturwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen und ihrer Vorläufer sowie die Geschichte der Sternwarte Babelsberg von 1930 bis 1950. Der Fokus auf den zweifachen Umbruch von 1933 und 1945 eröffnet eine doppelte Vergleichsperspektive: synchron zwischen den Forschungseinrichtungen, diachron zwischen der Endphase der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus und der SBZ bzw. der frühen DDR, wobei der Schwerpunkt auf der NS-Diktatur liegen wird. Über die beiden politischen Zäsuren hinweg sollen personelle, organisatorische und epistemologische Kontinuitäten und Brüche herausgearbeitet werden.
Inhaltlich konzentriert sich die Untersuchung auf drei Felder: Das erste behandelt die Institute und ihr Personal in der NS-Zeit. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie Politik und Ideologie Organisation und Inhalt der Forschung beeinflussten und wie sich die untersuchten Institute an die damit verbundenen Herausforderungen anpassten. Das zweite Untersuchungsfeld beschäftigt sich mit dem Schicksal der Opfer der NS-Diktatur. Wer geriet in den Fokus der NS-Verfolgungsapparate, welche Verfolgungsgründe lassen sich dabei unterscheiden und wie wirkte sich dies auf die Biographien der Betroffenen aus? Das dritte Untersuchungsfeld beleuchtet die Nachkriegszeit, in der sich die Institute vor allem mit drei Problemen konfrontiert sahen: erstens einem eklatanten Mangel an Ressourcen, zweitens der forcierten Umgestaltungspolitik durch die Besatzungsmacht und drittens einem sich stetig verschärfenden Personalmangel.
