Von der Internationale zur »Völkerfreundschaft«. Transnationalität im Kommunismus des 20. Jahrhundert

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Art der Veranstaltung
Buchvorstellung & Diskussion
Datum
-
Ort
Potsdam

Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2026

Getragen von der Idee einer bevorstehenden Weltrevolution, gewann der Kommunismus in den 1920er-Jahren international an Anziehungskraft. Die Mitglieder der Kommunistischen Internationale diskutierten, organisierten und reisten über Ländergrenzen hinweg – Transnationalität war gelebte Praxis. Doch im Stalinismus der 1930er- und 1940er-Jahre wandelte sich ihr Charakter. Transnationalität war nicht länger Selbstverständnis, sondern Mittel zum Zweck: Die kommunistischen Parteien wurden zu Instrumenten sowjetischer Außenpolitik, die Komintern schließlich 1943 aufgelöst. Nach 1945 traten diplomatische Routinen und ritualisierte Solidaritätsformen an die Stelle eines kämpferischen Internationalismus. Die Revolution wurde sesshaft. 

Das diesjährige Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung, herausgegeben von Ulrich Mählert und den Gastherausgebern Marcel Bois, Christian Dietrich und Rhena Stürmer im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, hat den Schwerpunkt Von der Internationale zur »Völkerfreundschaft«. Transnationalität im Kommunismus des 20. Jahrhunderts. Es folgt den Spuren dieser Entwicklung in Europa und im Globalen Süden. Es erzählt von Weltrevolutionären und Revolutionstouristen, beschreibt Exilgemeinschaften und Wissenstransfer und schildert, wie aus spontaner transnationaler Solidarität staatlich kontrollierte »Völkerfreundschaft« wurde. 

Den Band diskutiert Dr. Leonie Wolters, wissenschaftliche Mitarbeiterin in Abteilung V »Globalisierungen in einer geteilten Welt« am ZZF Potsdam. Rede und Antwort stehen die Mitherausgeber:innen Dr. habil. Christian Dietrich, Privatdozent an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), und Dr. Rhena Stürmer, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für die Geschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts der Universität Leipzig.

Veranstaltungsort

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Open Space
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Kontakt und Anmeldung
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