Beendete Migration – Abschiebehaft in der Keibelstraße von 1980 bis 1996

Bildinfo

Inschrift aus einer Zelle des Polizeigewahrsams und Abschiebegefängnisses in der Keibelstraße, Credit: Lernort Keibelstraße.

Beginn des Projektes
Januar 2026

Praxisprojekt 
des Lernorts Keibelstraße in Kooperation mit dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) und Studierenden des Masterstudiengangs Public History an der Freien Universität Berlin 
Projektkoordination: Christina Schwarz, Projektleitung: Dr. Henrike Voigtländer 
Projektbegleitung: Dr. Irmgard Zündorf (ZZF) 

Das Projekt Kooperationsprojekt widmet sich einem bislang wenig erforschten Kapitel der jüngsten Geschichte: den erzwungenen Enden von Migration in der DDR und den 1990er Jahren im vereinten Deutschland. Im Fokus steht die Geschichte der Abschiebehaft am Lernort Keibelstraße und die Lebensrealitäten der betroffenen Migrant*innen in den 1980er- und 1990er Jahren.

In Kooperation mit dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und Studierenden des Masterstudiengangs Public History an der Freien Universität Berlin werden historische Quellen recherchiert, Interviews geführt und ein innovatives Bildungsangebot für Schulklassen entwickelt. Ziel ist ein modularer Workshop für Jugendliche, der historische Quellenarbeit, Zeitzeug*innenperspektiven und multimediale Materialien miteinander verbindet und aktuelle Debatten um Migration, Bleiberechte und Abschiebungen historisch einordnet.

Das Projekt greift die Geschichte der Untersuchungshaftanstalt in der Keibelstraße auf und beleuchtet sowohl die Abschiebepraktiken in der späten DDR als auch die Nutzung des Gebäudes als Abschiebegefängnis in den frühen 1990er Jahren der Bundesrepublik. Dabei werden Themen wie Vertragsarbeit in der DDR, Bleiberechtskämpfe nach 1990 und gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Transformationszeit untersucht.

Ein zentraler Bestandteil ist die kollaborative Arbeit mit Studierenden, die das Lernmodul entwickeln, erproben und evaluieren. Die Ergebnisse werden auf einem Fachtag präsentiert und mit Expert*innen aus Wissenschaft, Bildungspraxis und Zivilgesellschaft diskutiert. Anschließend wird das Workshopformat dauerhaft in das Bildungsportfolio des Lernorts Keibelstraße integriert und durch ein Modulhandbuch für Teamer*innen ergänzt.

Mit dem Projekt möchte der Lernort Keibelstraße neue Perspektiven auf Migrationsgeschichte eröffnen, historische Bildung in einer Migrationsgesellschaft stärken und zur reflektierten Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten beitragen.

Projektförderung durch die Bundesstiftung Aufarbeitung zur SED-Diktatur und den Berliner Beauftragten zur Aufarbreitung der SED-Diktatur.

Irmgard Zündorf

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Email: zuendorf [at] zzf-potsdam.de
Telefon: Tel.: 0331/28991-13

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