Der Dokumentarfilmer Cem Kaya gab gestern bei einer institutsinternen Veranstaltung im ZZF Potsdam Einblicke in sein neues Filmprojekt zum Tod von Cemal Kemal Altun – einem Ereignis, das 1983 die politische Öffentlichkeit der Bundesrepublik nachhaltig erschütterte. Er zeigte exklusive Filmausschnitte, erzählte von seinen Rechercheprozessen und der Archivarbeit und den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen wissenschaftlicher und künstlerischer Arbeit. Mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des ZZF sprach er über sein neues Filmprojekt und über die Besdeutung dieses Falls. Cem Kaya ist u. a. bekannt für Liebe, D-Mark und Tod und Remake, Remix, Rip-Off Filme, die Musikkultur, und westdeutsche Geschichte auf eindrucksvolle Weise neu interpretieren. Die Veranstaltung hatte Lennart Vincent Schmidt organisiert, der am ZZF promoviert.
Über das Filmprojekt:
Der Fall Cemal Kemal Altun, der 1983 aus Angst vor Auslieferung an die türkische Militärdiktatur aus dem Fenster des Berliner Verwaltungsgerichts in den Tod gesprungen ist, gilt heute als einer der prägenden Momente der bundesdeutschen Asylgeschichte. Kaya beschäftigt sich in seinem neuen Film damit, wie dieser tragische Fall die politische Öffentlichkeit verändert hat, wie damals über Flucht, Folter und Verantwortung gesprochen wurde und welche Spuren Altuns Tod bis in die Gegenwart hinterlassen hat.