Der Verein der Freunde und Förderer des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V. lobt in diesem Jahr zum zehnten Mal den »Zeitgeschichte digital«-Preis aus. Er ist mit mit jeweils 500 Euro dotiert und wird in den Kategorien Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation vergeben. Nominiert wurden zeithistorische Aufsätze und Beiträge unterschiedlicher Genres, die in historisch orientierten Zeitschriften oder auf mit historischen Themen befassten digitalen Plattformen im Kalenderjahr 2025 erschienen und frei zugänglich online abrufbar sind. Die Beiträge wurden von den Redaktionen oder Herausgeber*innen der Zeitschriften oder Plattformen vorgeschlagen. Die Kriterien für die Preisvergabe sind die Exzellenz und Originalität der zeithistorischen Frage bzw. des wissenschaftlichen Ertrags sowie die instruktive Nutzung der Digitalität zur Vermittlung der Ergebnisse.
Aus den zwölf nominierten Beiträgen wählt eine Jury zwei Texte aus, die in den beiden Kategorien ausgezeichnet werden. Zur Preisverleihung laden die Veranstalter am 19. November 2026 um 18 Uhr in das ZZF in Potsdam ein.
Die zwölf nominierten Beiträge für den Zeitgeschichte-digital-Preis 2026
(in aphabetischer Reihenfolge der Autor*innen):
Andreas Biefang/Dominik Geppert
Historische Parlamentarismusforschung, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 10.09.2025
Benjamin Brendel
Toxic Exports, ‘Third World’ Hunger and Pesticide Politics: International Pesticide Trade and Perception in West Germany from the 1960s to the 1980s, in: Contemporary European History 34 (2025), S. 497-513
Sabina Ferhadbegović
“Simply handed over”. Hasan Nuhanovićs Aussage vor dem Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses, Washington 1998, in: Selbstzeugnisse revisited, 19.09.2025
Eva Maria Gajek/Felix Römer
Reichtum, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 05.03.2025
Sheer Ganor
Learning Forced Migration: Guidance for Prospective Jewish Refugees in Nazi Germany, in: Central European History 58 (2025), S. 25-45
Elisabeth Kimmerle
Femizide aus historischer Perspektive. Wie lässt sich tödliche Gewalt in Intimbeziehungen historisch fassen und erforschen? Ein Werkstattbericht, in: zeitgeschichte|online, 25.11.2025
Jana König/Teresa Schenk
Grüße aus dem „Stammlokal der Spießbürger“. Eine Kreuzberger Ansichtskartensammlung um 1900 zwischen Medien- und Sozialgeschichte, in: Visual History, 08.09.2025
David Kuchenbuch
„Keine Zeit für Abenteuer“ (ZDF 1970). Eine Fernsehserie und der Wandel der bundesdeutschen Entwicklungsdebatte, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 21 (2024–2025), S. 277-303
Verena Meier
Sintizze und Romnja im Nationalsozialismus, in: Digitales Deutsches Frauenarchiv, 11.04.2025
Charlotte Adèle Murphy
Zeugen eines Austauschs. Denkmäler Vadim Sidurs in Westdeutschland (1974–1993), in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 21 (2024–2025), S. 331-362
Laura Schilling
Lektüren des Exils. Ursula Krechels Miniaturen über das Erleben von Flucht und Rückkehr, in: zeitgeschichte|online, 22.12.2025
Kavita-Kathleen Toora
Zigarettensammelalben der Firma Reemtsma im Dienst des Nationalsozialismus, in: Visual History, 10.02.2025
Mit der Preisstiftung möchte der Förderverein dem wissenschaftlichen Publizieren im Internet verstärkte Anerkennung verschaffen. Der Preis wird seit 2017 jährlich verliehen. Benannt ist der Preis nach einer Internet-Plattform des ZZF, die unter anderem die vier am Institut entwickelten und redaktionell betreuten Online-Angebote Docupedia, Visual History, zeitgeschichte | online und die Zeithistorische Forschungen vernetzt.
Seit 2017 wurden mit dem Preis ausgezeichnet: Rebekka Grossmann/Annette Vowinckel und Heidi Hein-Kircher/Agnese Bergholde-Wolf (2025), Carolin Liebisch-Gümüş und Andreas Kötzing (2024), Lena Herenz und Raphael Rössel (2023), Rüdiger Bergien, Sophie Genske und Juliane Röleke, (2022), Michael Homberg (2021), Gangolf Hübinger und Kim Christian Priemel (2020), Jutta Braun (2019), Jens Jäger (2018), Harriet Scharnberg und Gerhard Paul (2017). Im Achiv erfahren Sie mehr über bisherigen Preisverleihungen.
Der Verein der Freunde und Förderer des ZZF Potsdam fördert an der Schnittstelle von Kultur und Wissenschaft Veranstaltungen, die geeignet sind, Ergebnisse der zeithistorischen Forschung in die Öffentlichkeit zu tragen.