Lena Senoner wurde am 1. Juni 2026 an der Universität Potsdam mit der Note "magna cum laude" promoviert. In ihrer Dissertation, die am ZZF von Wirtschaftshistoriker Prof. Dr. André Steiner betreut wurde, untersucht Lena Senoner erstmals die Außenhandelsbetriebe der DDR als eigenständigen Forschungsgegenstand. Auf Grundlage umfangreicher und unveröffentlichter Archivquellen analysiert sie die Handlungsspielräume, Geschäftsstrategien und internationalen Verflechtungen dieser zentralen Akteure des DDR-Außenhandels während der Honecker-Ära. Die Arbeit zeigt, dass die Außenhandelsbetriebe weit mehr waren als reine Vollzugsorgane staatlicher Planung. Sie agierten als Vermittler zwischen politischen Vorgaben, wirtschaftlichen Interessen und den Anforderungen internationaler Märkte und entwickelten dabei eigene Handlungsspielräume sowie marktorientierte Praktiken.
Zugleich macht die Studie deutlich, dass diese Handlungsspielräume durch die institutionelle Einbindung in das politische und wirtschaftliche System der DDR begrenzt blieben und langfristige unternehmerische Strategien häufig hinter staatlichen Planvorgaben und dem Ziel einer kurzfristigen Devisenerwirtschaftung zurücktreten mussten.
Lena Senoner war Doktorandin in der Abteilung II: Wissen – Wirtschaft – Politik am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. In der Abteilung ist sie seit Mai 2026 wissenschaftliche Mitarbeiterin mit einem Projekt, das "Anthroposophische Unternehmen zwischen esoterischer Weltanschauung und ökonomischer Praxis" erforscht.