Juliane Röleke erfolgreich promoviert

Juliane Röleke (Foto: ZZF / Katja Herzberg)
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Juliane Röleke, Foto: ZZF/Katja Herzberg

Juliane Röleke wurde am 13. Juli 2026 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Note magna cum laude promoviert. In ihrer Dissertation, die von Professorin Gabriele Metzler und Professorin Annelie Ramsbrock betreut wurde, untersucht sie erstmals die Geschichte transnationaler Solidarität zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Nordirland während des Nordirlandkonflikts. Sie fokussiert sich auf die 1960er bis 1980er Jahre.

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Handlungsmotivationen, Konfliktdeutungen, politischen Praktiken und Netzwerke der verschiedenen Akteur*innen, die Solidarität über nationale Grenzen hinweg organisierten. Die Dissertation zeigt, wie zivilgesellschaftliche Initiativen, politische Gruppen und Einzelpersonen den Konflikt in Nordirland wahrnahmen, interpretierten und sich dazu positionierten, und gleichzeitig nordirische Akteur*innen nach Unterstützung im internationalen Ausland suchten. Im Fokus stehen die bundesdeutsche Linke und ihre Kontakte zu republikanischen Gruppierungen in Nordirland sowie Netzwerke in der Friedens- und Versöhnungsarbeit – aus diesem Kontrast wird die Bedeutung verschiedener Haltungen zur Legitimität politischer Gewalt als Protestmittel deutlich. 

Die Promotion schließt eine Forschungslücke, da die Bundesrepublik Deutschland und Nordirland bislang kaum in einer gemeinsamen historischen Perspektive untersucht wurden. Zugleich setzt die Arbeit transnationale Solidarität konsequent in Beziehung zu den historischen Entwicklungen und politischen Diskursen beider Länder und macht deutlich, wie eng Wahrnehmungen des Nordirlandkonflikts mit Debatten über politische Gewalt, Terrorismus und Protest in der Bundesrepublik verknüpft waren. Eine besondere Bedeutung wird dabei der Geschichte der Britischen Rheinarmee in der Bundesrepublik sowie der zahlreichen Anschläge irisch-republikanischer Gruppierungen auf britische Soldaten in Westdeutschland zugesprochen. Damit leistet die Studie einen wichtigen Beitrag zur Geschichte transnationaler sozialer Bewegungen sowie zur Verflechtungsgeschichte der Bundesrepublik und Nordirlands.

Juliane Röleke war Doktorandin in der Abteilung Regime des Sozialen am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.