Während die NS-Personalkontinuität vieler Bundesministerien und Behörden bis hin zum Kanzleramt mittlerweile gut erforscht ist, stand das Parlament auf Bundesebene in dieser Hinsicht bislang nicht im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Das Mit-, Neben- und Gegeneinander von Verfolgten, Belasteten und ›Mitläufern‹ im parlamentarischen Bereich genauer zu analysieren und dabei den frühen Bundestag als sozialen und kommunikativen Raum des demokratischen Neuanfangs und der Diktaturbewältigung neu zu vermessen, war nun das Ziel des wissenschaftlichen Symposiums »Der frühe Bundestag. Personal und Praktiken nach dem Nationalsozialismus«, das von 26. bis 27. Februar von der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien e. V. (KGParl), dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) und dem Institut für Zeitgeschichte München–Berlin (IfZ) im Deutschen Bundestag veranstaltet wurde.
Der Fokus lag dabei nicht allein auf NS-Belastungen der Abgeordneten, sondern auch auf politischen Vorerfahrungen sowie den Auswirkungen biografischer Prägungen auf parlamentarische Arbeit und Gesetzgebung. Anders als bei der Exekutive in der historischen Behördenforschung steht mit Blick auf die Legislative eine eigene Personengruppe mit eigener demokratischer Legitimation und spezifischen Arbeitslogiken im Mittelpunkt.
Verena Mink (Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien e.V., Berlin) hat einen Tagungsbericht verfasst, der am 11. Mai 2026 auf H-Soz-Kult erschienen ist und über den untenstehenden Link abgerufen werden kann.
Verena Mink, Tagungsbericht: Der frühe Bundestag. Personal und Praktiken nach dem Nationalsozialismus, in: H-Soz-Kult, 11.05.2026, https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/fdkn-162089.